Erfolgreiche Parkinson-WM für die Steirer Ofner und Stangl
Hans-Peter Stangl und Günter Ofner haben bei der Ping-Pong-Parkinson-WM in Hannover die Consolation-Runde ihrer Klasse gewonnen und spielten auch im Einzel erfolgreiche Titelkämpfe.

Der Köflacher Hans-Peter Stangl erhielt im Jahr 2017 die Diagnose "Parkinson". Bei einem Parkinson-Kongress 2022 wurde er darauf angesprochen, ob er Tischtennis spiele. Wenig später nahm er zum ersten Mal an einer Parkinson-Tischtennis-Weltmeisterschaft teil. "Es gibt mittlerweile mehrere Studien, die belegen, dass Tischtennis dabei hilft, das Fortschreiten der Krankheit zu verlamgsamen", erzählt Stangl. Bei einigen Athleten merke man während des Spielens fast gar nichts von der Krankheit, sobald sie den Schläger weglegen, komme die Krankheit wieder zum Vorschein. Da es auch verschiedene Arten von Parkinson gibt, werden die Spieler für Wettkämpfe nach Können und Fortschritt der Krankheit eingeteilt.
Anfang Oktober fand die Pingpong-Parkinson-Weltmeisterschaft in Hannover statt. Insgesamt 805 Spielerinnen und Spieler aus 35 Nationen waren mit dabei. In Deutschland ist die Parkinson-Tischtennis-Community bereits extrem vernetzt. "Es gibt in Deutschland 300 Standorte, an denen gespielt wird, bei uns sind es gerade einmal drei", erzählt Stangl. In Hannover hielt der 67-Jährige die steirischen Fahnen gemeinsam mit seinem Ligister Vereinskollegen Günter Ofner hoch. Der Rosentaler ist noch nicht so lange dabei und spielte seine erste Weltmeisterschaft. Und wie! In seiner Leistungsgruppe waren mehr als 200 Spieler am Start und gewann (wie auch Stangl) zunächst seine Sechser-Vorrundengruppe und zog in den K.-o.-Raster ein. Dort holte er sich am Ende den geteilten neunten Platz. Bei Stangl forderte das intensive Programm nach fünf Turniertagen seinen Tribut und er musste einen kleinen Leistungseinbruch hinnehmen. "Es kommt immer wieder vor, nicht nur bei mir, dass Spieler zwischendurch nicht spielen können. Es gibt dann ein zehnminütiges Medical-Time-Out. Erst wenn der Spieler dann noch immer nicht weitermachen kann, muss er das Spiel aufgeben", berichtet Stangl.
Im Mixed mussten die beiden Weststeirer mit ihren Partnerinnen aus Wien in der Einser-Gruppe der besten Spieler antreten. Sie erreichten die Plätze 9 bzw. 17. Die Krönung gab es im abschließenden gemeinsamen Doppelbewerb. Ofner/Stangl gewannen die Concolations-Round (Trostrunde) und durften bei der Siegerehrung den Klängen der österreichischen Bundeshymne lauschen.
Günter Ofner wird Österreich und den UTTC Raiffeisen Ligist auch bei der offiziellen ITTF-Parkinson-WM in Shanghai vertreten. "Aktuell gibt es zwei Parkinson-Verbände, die ITTF und den Pingpong-Parkinson-Verband. Leider können sie sich nicht auf gemeinsame Titelkämpfe einigen", sagt Stangl.
Parkinson-Gruppe auch bei ATSE Graz
Die größte Parkinson-Gruppe in der Steiermark gibt es bei ATSE Graz unter der Leitung von Andrea Haffner-Peichl. Ofner und Stangl spielen bei Ligist im ganz normalen Trainingsbetrieb mit und haben auch schon in der regulären Meisterschaft Auftritte gehabt. Österreichweit sind die Parkinsonspieler in der "PTTA - Parkinson Tischtennis Austria" vernetzt. Da die Unterstützung seitens des Verbandes auf die ITTF-WM beschränkt ist, mussten Ofner und Stangl den gesamten Aufenthalt in Deutschland selbst bezahlen. "Wir bedanken und bei unseren Unterstützern Gall-Pharma GmbH und Strommer Bad und Sanitär sehr herzlich", sagt Ofner.







